Many thanks to Hanzík for the Czech translations!

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Kaum etwas erfährt man über die schwarz gewandeten Brüder des bitteren Wolfsatems, außer diesem: Keine Software verließ ohne ihre Zustimmung den Tempel. In den Tagen nach einem Release verscheuchte der Klang ihrer Schritte so viele Mönche, dass sie gezwungen waren, barfuß zu gehen, und ihre Defekt-Tickets zu nächtlicher Stunde zu verteilen.

Daher war Java Meister Banzen—der Korrektheit über alles schätzte—merklich verärgert, die wiederholten Fehler des ehrbaren Mönches Djishin rechtfertigen zu müssen.

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Meister Banzen sandte nach Djishin, der ihn schließlich an der Klippe den Sonnenuntergang betrachtend fand.

Banzen sprach: “Die Brüder des bitteren Wolfsatems möchten wissen, ob die nächste Version des Systems ihrer Aufmerksamkeit würdig ist. Sie begehren unsere Zusicherung, dass sie nicht schon wieder gleich beim Deployment kritische Fehler offenbart wie so viele ihrer Vorgänger.”

Djishin sprach: “Ich erkläre das neue System höchst würdig. Theoretisch habe ich jede Stelle getestet, an der low-level-Komponenten fehlgehen können und alles funktioniert.”

Banzen sprach: “Es muss mühsam sein, sich tagelang durch alle Dialoge zu klicken und alle Logs zu begutachten.”

Djishin sprach: “Ich teste nicht manuell; Ihr selbst nanntet diese Methode langsam und fehleranfällig. Stattdessen habe ich nach der Methode von Luohou gearbeitet: Alle Änderungen an DAOs und Services wurden während der Implementierung durch eine umfassende Batterie von automatischen low-level-Tests geprüft. Denn sind die Steine fest, wird auch die Wand stehen.”

Banzen sprach: “Dann gehe und informiere die Mönche. Sie erwarten Dich auf der anderen Seite der Schlucht.”

Banzen deutete über den tiefen Abgrund, der die Klippe, an der sie standen von der anderen Seite trennte.

Djishin sprach: “Wie soll ich die überqueren? Die Brücke wurde von einer törichten Nonne zerstört und hängt noch in Fetzen.”

Banzen zeigte auf ein schlankes Seil, das zwischen zwei jungen Trieben über die Schlucht gespannt war.

Djishin sprach: “Aber Meister, selbst des Kaisers Akrobaten könnten kaum auf so einem schmalen Seil balancieren.”

Banzen ging zu einer Rolle des gleichen Seils, das neben ihm lag, legte eine metergroße Spirale aus und stellte sich auf einem Bein in die Mitte. So verharrte er eine Minute.

Djishin wusste, dass es unklug wäre, den Meister der Unfairness zu bezichtigen, und sagte stattdessen: “Doch das dünne Sail ist trocken und brüchig. Ich fürchte, es wird mein Gewicht nicht tragen.”

Banzen ging auf die Knie, nahm das Seil und zeigte, dass Elle für Elle kein Riss war, nachdem er darauf gestiegen war.

Djishin, der sich immer noch nicht traute, dem Meister Kontra zu geben, sagte: “Aber die Brücke wird nur von zwei dünnen Setzlingen gehalten, die bei meinem Gewicht sicher entwurzelt werden.”

Banzen zog eine Okarina aus seiner Robe und blies einen hohen Triller. Aus dem Wald auf der anderen Seite der Schlucht hüpften Duzende und Aberdutzende Eichhörnchen. Eines nach dem anderen sprangen sie auf das Seil und huschten über den Abgrund. Jedem angekommenen Eichhorn warf Banzen eine Lychee-Frucht zu, es verneigte sich, und verschwand in den Bäumen, woraufhin das nächste die Überquerung begann. Djishin schaute erstaunt zu, bis kein Eichhörnchen mehr zu sehen war.

Banzen sprach: “Dein Fuß ist nicht größer als meiner, Dein Körper nicht schwerer, und keiner von uns wiegt mehr als hundert Eichhörnchen. Ich erkläre also meine Brücke Deiner Überquerung höchst würdig. Theoretisch. Nun geh.”